Heute hat jede größere Kirche ein Mitgliedermagazin, eine Fernsehshow und eine Webseite.
Gut, Fernsehshow gibt es hier nur auf dem Offenen Kanal (oder youtube) – aber eine Kirche mit eigener Webseite, wer hätte das gedacht? Ts, ts, diese Amis.
Aber immerhin endet der Artikel mit einem ermutigenden Ausblick, wie ich finde. So schreibt der Autor über die Generation der “neuen Evangelikalen”:
Vor allem aber sind sie: selbstsicher in ihrem Glauben. Sie müssen nicht mehr beschützt werden vor der Verkommenheit der Welt. Sie filtern ihre Informationen selbst, sie sind auf gottgefällige Medien nicht mehr angewiesen. Moderne evangelikale Frauen lesen Cosmopolitan und entwickeln trotzdem kein Bedürfnis nach Promiskuität. Moderne Evangelikale gucken sogar Avatar – und vergeben Hollywood, dass es offenbar nicht den gleichen Respekt vor dem Namen des Herrn hat wie sie.
Die seit Monaten im Jemen entführte deutsche Familie aus Sachsen ist am Leben – das behauptet zumindest der stellvertretende jemenitische Ministerpräsident. Er nannte drei mögliche Aufenthaltsorte der Geiseln. Deutsche Sicherheitsbehörden beurteilen die Äußerungen skeptisch. (Weiterlesen)
In keinem anderen Land der Welt werden Christen so unerbittlich verfolgt wie in Nordkorea, alarmiert das Hilfswerk Open Doors. Zum achten Mal in Folge führt das abgeschottete Land den Weltverfolgungsindex 2010 (WVI) an, den das internationale Werk heute vorstellt.
Hier werden Christen am stärksten verfolgt
Platz 1 Nordkorea
Platz 2 Iran
Platz 3 Saudi-Arabien
Platz 4 Somalia
Platz 5 Malediven
Platz 6 Afghanistan
Platz 7 Jemen
Platz 8 Mauretanien
Platz 9 Laos
Platz 10 Usbekistan
Da scheint sich etwas zu verdichten: VerschiedeneMedienberichten unter Berufung auf “Bild”, dass der Bundesregierung ein Video der Entführer von Familie Hentschel vorliege. Darauf seien jedenfalls die drei Kinder (1, 3 und 5 Jahre) lebendig zu sehen, das Video sei einige Wochen alt. “Die Kinder machen einen erschöpften Eindruck”, zitiert “Bild” einen hohen Regierungsbeamten. Unklar bleibt das Schicksal der Eltern sowie des ebenfalls vermissten britischen Ingenieurs.
Doch was als idealistische Hilfsmission begann, endete in einer Tragödie. Die Entführung und die Morde gingen offenbar auf einen religiösen Disput zurück, der vor einigen Monaten in Jemens Hauptstadt Saada geschah. Der Vater der Familie hatte mit einem Muslimen über das Christentum gesprochen und ihm empfohlen, die Bibel zu lesen. Der Überzeugungsversuch hatte anscheinend lokale Muslime gegen ihn aufgebracht.
Wer nur ein bisschen über traditionelle islamische Kulturen weiß, weiß auch, dass es praktisch unmöglich ist, das Gesprächsthema “Religion” zu vermeiden – und natürlich wird es dann um Christentum und Islam, Bibel und Koran gehen. Aber das weiß der Spiegel natürlich nicht … und noch weniger wissen die Spiegel-Leser, die sich im Forum zu diesem Artikel austoben. Das ist wirklich unappetitlich.
Am 12. Juni wurde im Jemen eine Gruppe christlicher Entwicklungshelfer entführt. Eine koreanische Lehrerin und zwei deutsche Praktikantinnen wurden wenige Tage später ermordet aufgefunden; von einem britischen Ingenieur und von der sächsischen Familie Hentschel mit den Kindern Lydia (5), Anna (3) und Simon (1) fehlt seitdem jede Spur. Nun meldet idea, die Familie schöpfe neue Hoffnung:
Radio Lausitz hatte am 21. Dezember gemeldet, dass die Verschleppten in der Region Saada im Norden des Landes geortet worden seien. Dort waren sie auch entführt worden. Offenbar seien die Geiseln in der Hand von El-Kaida-Terroristen. Sie wechselten ständig den Standort. Der Sender berief sich auf Informationen der Berliner Botschaft des Jemen.
Ich traue mich kaum, auf ein Weihnachtswunder zu hoffen. Aber Gott erhört immer noch Gebet …
Im Jahr 2004 haben die Weltweite Evangelische Allianz und das Micha-Netzwerk die internationale Kampagne „Micah Challenge” gegründet. Mittlerweile gibt es Micha-Kampagnen in 40 Ländern. 2005 hat sich die Deutsche Evangelische Allianz mit der Micha-Initiative Deutschland dieser weltweiten Bewegung angeschlossen, in der Schweiz gibt es entsprechend die Initiative „StopArmut 2015″. Die Micha-Initiative wird seitdem von einem breiten Unterstützerkreis getragen, dem verschiedene christliche Hilfs- und Missionswerke, Kirchen und Dachverbände angehören. Die Michainitiative will Entscheidungsträger motivieren, will Christen aus dem globalen Süden mit solchen aus dem Westen zusammenführen, um gemeinsam zu beraten, was am besten zu tun ist und welche Projekte vor Ort den größten Effekt haben. Das Leitmotto der Initiative ist ein Vers aus dem Buch des Propheten Micha: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert, nämlich Recht tun und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.” (Micha 6,8).
Wo muss man evangelikale Gemeinden nach Waffen durchsuchen? Wo unterhalten Evangelikale Terrorcamps, überfallen Armeehauptquartiere und liefern sich Gefechte mit 30.000 Soldaten? Wer hat schon Angst, in ein Urlaubsland zu fahren, weil dort Evangelikale wohnen? Wo sind die Evangelikalen, die andersdenkende Journalisten oder ihre Familien bedrohen? Warum kommt keine evangelikale Gruppe in irgendeinem Verfassungsschutz vor, weder in Deutschland noch irgendwo weltweit?
Hier sehen wir friedliche FrauenrechtlerInnen, die sich gegen militante christliche Fundamentalisten zur Wehr setzen … oder so ähnlich … Spricht eigentlich für sich.
In dem Zusammenhang: Am 11. September wurde ein Anti-Abtreibungs-Demonstrant in den USA auf offenerStraße erschossen. Ein größerer Aufschrei in den Medien ist mir nicht zu Ohren gekommen.
Am 12. Juni wurden 9 christliche Entwicklungshelfer im Jemen entführt – eine koreanische Lehrerin und die deutschen Praktikantinnen Anita G. und Rita S. wurden einige Tage später ermordet aufgefunden. Das Echo in der deutschen Presse haben wir ausführlich kommentiert.
Inzwischen haben die Familien der ermordeten Deutschen sich zu Wort gemeldet. Unter der Adresse http://anitaundrita.de beziehen sie Stellung zu manchen öffentlichen Äußerungen und teilen Erinnerungen mit über die beiden jungen Frauen. Ausführlich ist von ihrer Liebe zu Gott und zu anderen Menschen die Rede, wie sie auch in ihren früheren Hilfseinsätzen in Malawi und Kasachstan Ausdruck fand.
In einer ganzen Reihe von Kommentatoren haben diejenigen “Hintermänner” verurteilt, die diese “armen Mädchen” dorthin geschickt haben. Bis zum Erweis des Gegenteils gehe ich davon aus, dass keiner dieser Kommentatoren sich mit ihnen (von wegen “arme Mädchen”!), mit ihrer Geschichte, mit ihren Beweggründen auseinandergesetzt hat. In den wenigen Texten auf anitaundrita.de wird sehr deutlich: Es geht hier nicht um eine Agenda, um irgendwelche Theorien oder Fanatismen. Es geht um zwei Menschen aus Fleisch und Blut, ihre Wünsche, Träume, Sehnsüchte. Um zwei Menschen willen, die um der Liebe willen den Tod fanden. Auf der Website schreibt der Vater von Rita:
„Macht zu viel Christenliebe blind?“ So titelte die „Berliner Zeitung“. Ich sage: Nein! Christenliebe öffnet den Blick für die Not der Menschen – und das nicht aus dem Fenster eines klimatisierten Büros über den Dächern Berlins mit kaltem Kaffee auf dem Tisch, sondern da, wo Not ist, wo Hilfe benötigt wird, hautnah!
Und nicht zu vergessen: Der sächsische Entwicklungshelfer Johannes Henschel und seine Familie, sowie ein britischer Ingenieur, sind immer noch in der Gewalt der Entführer – so sie denn noch leben. Auch sind inzwischen die Familien an die Öffentlichkeit gegangen – auch mit einem berührenden Appell der Eltern Henschel an die Entführer.
Wo recherchieren vielbeschäftigte Journalisten ihre Artikel? Richtig, sie lesen Zeitung.
Und wenn sie noch ein bisschen Zeit haben, formulieren sie das Abgeschriebene sogar noch ein bisschen um, so wie Mariam Lau in ihrem Artikel in der “Welt”.